19.05.2021 Parking Day

10 qm grüne Fläche – ein verheißungsvolles Zukunftsbild!

Warum stehen wir jeden Morgen viel zu früh auf? Was treibt uns an? Ist es eher unser dröges deutsches Pflichtbewusstsein, oder gibt es da noch etwas anderes? Wofür engagieren wir uns? Und können wir die Zukunft gestalten?

Zehn Quadratmeter neu denken und neu gestalten

Auf der Fläche eines Parkplatzes haben wir einen Spielplatz konzipiert. Richtig gemütlich, mit Rollrasen, Leseecke und Dosenwerfen. Um das Bild des Parkplatzes in den Köpfen festzuhalten, wird dieser Spielplatz auf der Straßenseite von einem Lattenzaun in Form der original Silhouette eines Passat Kombis gerahmt. So ist es ganz deutlich: Spielplatz und Parkplatz sind direkt miteinander verzahnt.
Können und wollen wir uns vorstellen, Parkplätze anders zu nutzen? Wer darf diese Flächen für was nutzen? Was wünschen wir uns für die Zukunft?
Sprechen wir doch mal darüber, zum Beispiel am Park(ing) Day.

Der Park(ing) Day – ein verheißungsvolles Zukunftsbild

Uns faszinieren die Projekte, denen eine positive Veränderung innewohnt. Projekte, in deren DNA tief verankert ist, dass morgen etwas besser wird als heute. Initiiert von Menschen, die ein klares Bild vor Augen haben, wie etwas gut ist und mit dieser Idee Zukunft gestalten.
Wenn wir in unserem Beruf als Kommunikationsgestalter von gestalten sprechen, so gibt es immer zwei Arten der Gestaltung: Die strategische und die kreativ-künstlerische. Im strategischen Teil tauchen wir ein in die Inhalte und strukturieren, wie wir etwas aufbauen müssen, damit die gewünschte Wirkung in der Kommunikation eintreten kann, und im kreativ-künstlerischen Bereich gestalten wir die Inhalte aus, damit die gewünschte Wirkung auch eintritt. Und das ist deshalb so wichtig, damit Projekte zugänglich werden, und Menschen zu etwas Neuem inspirieren. Wir erkunden und beleuchten ein Projekt also von allen Seiten, lernen es kennen, bis es uns so vertraut ist, wie die eigene Hosentasche, um es im zweiten Schritt von seiner besten Seite zum Strahlen zu bringen. Um die Idee, die in einem Projekt steckt auch für andere zugänglich zu machen. Um aus einer Idee ein wahres Leuchtturmprojekt mit eigener Strahlkraft zu machen.
Doch, welche Projekte begeistern uns? Und wo verläuft die Grenze zwischen Begeisterung, Ehrenamt und Beruf? Hand aufs Herz. Manchmal wissen wir es auch nicht, und legen einfach los, wie zum Beispiel beim Park(ing) Day

Transformation step by step

Natürlich träume ich von der ganz großen sozialen und ökologischen Transformation. Unsere Städte gemütlicher, leiser, friedlicher und sauberer zu sehen, ist für mich ein verheißungsvolles Zukunftsbild. Städte, in denen Kinder sicher und unbeschwert Fahrrad fahren können. Wo wir Menschen uns auf den Straßen freundlich begegnen können und genügend Zeit und Raum für ein paar nette Worte füreinander finden. Und dass auch in jeder Großstadt genügend Raum zur freien persönlichen Entfaltung vorhanden ist.
Beim Park(ing)-Day bauen wir als Teil eines sehr veränderungsfreudigen Teams dieses Zukunftsbild in natura auf. Wir wandeln graue Flächen, die einzig und allein dazu dienen, dass bestimmte Personen ihr privates Auto darauf abstellen können, in attraktive und lebendige Flächen um, die für die Menschen da sind. Gemütlich, begrünt und unterhaltsam. Solche umgenutzten Parkplätze mutieren in meiner Vorstellung zu einer ganzen Stadt, die vom Menschen aus gedacht ist und nicht primär für Autos organisiert ist. Zu einer Stadt, in der das Gemeinwohl, die Bedürfnisse für ein gesundes und gemeinschaftliches Leben im Vordergrund stehen.

Sie möchten sich einen kleinen Stadtgarten direkt vor Ihrer Wohnung anlegen?

Diesen Minigarten haben wir zum Nachbauen konzipiert und den Prototyp mit dem Team vom Park(ing) Day umgesetzt. Da wir Parkplätze nicht direkt umgestalten dürfen, brauchen wir einen fahrbaren Untersatz mit TÜV-Zulassung, zum Beispiel einen offenen Autoanhänger.

Den Anhänger können Sie beliebig ausgestalten. Mit Küchenkräutern, Pflanzkisten, Sitzgelegenheiten und Kinderspielzeug. Eine winzige Oase mitten auf der Straße. Viele Begegnungen und Gespräche über das Thema Stadt als Lebensraum sind beim Bauen und Pflegen gleich inklusive.
Probieren Sie es aus! Gerne können Sie eine Projektskizze per Mail anfragen.

Ein riesiger Kampf, ein Wahnsinnsthema im Autoland Deutschland, das ein ungeheuerliches Aggressionspotenzial birgt. Denn Menschen, deren Sorge es ist, sich nicht mehr überall mit ihrem Auto hinstellen zu dürfen, nicht mehr unbeschwert mit 60 km/h durch die Innenstadt zu rauschen und deren Geduld nicht dafür ausreicht, mal zwei Minuten hinter einer Radler:in herzufahren, können sehr laut und sehr unangenehm werden. Ja, sie fühlen sich nicht nur ihrer persönlichen Privilegien, sondern gleich ihrer Grundrechte beraubt.
Deshalb liebe ich den Park(ing) Day. Wir setzen dem vorherrschendem Stadtbild, ein kleines lebendiges neuartiges Bild entgegen. Wir treten freundlich in Kontakt und sprechen mit Menschen. Wir sprechen über ihre Vision einer lebenswerten Stadt und über ihre Bedürfnisse. Und ja, nicht jede und jeder teilt unsere Meinung. Und ja, es sind noch nicht alle Probleme gelöst, wenn wir in kleinen Schritten auf eine menschenfreundliche Stadt hinarbeiten. Und vor allem, wenn alles genau so bleibt wie es ist, werden unsere Probleme auch nicht gelöst werden. Auch nicht, indem wir Grünflächen hinzufügen und Parkplätze entfernen. Aber vielleicht kann sich ein neues, verändertes Bild von einer lebenswerten Stadt in den Köpfen etablieren.
Vielleicht regt es die eine oder den anderen an, neu zu denken. Wir laden dazu ein, selbst zum Teil einer Lösung zu werden – für eine grünere und friedlichere Stadt. Ein anschaulicher und freundlicher Anstoß, unser Verhalten auf den Prüfstand zu stellen und neu zu bewerten:

  • Wäre es schön, vor der Wohnung ein Gärtchen oder einen Blühstreifen zu haben?
  • Könnte es mir Spaß machen, kurze Wege mit dem Fahrrad zu fahren?
  • Würde ich mich über breitere Fußwege freuen?
  • Würde ich mich besser fühlen, wenn es ruhiger in den Straßen zugeht?

Um eine wirkliche Veränderung – hin zu einer menschenfreundlichen Stadt – zu bewirken, braucht es gemeinsame Visionen, Ziele und Taktiken. Je mehr Menschen wir für diese Idee gewinnen, umso eher erreichen wir den Punkt, an dem diese Veränderungen eintreten. Der Park(ing) Day ist ein wichtiger Schritt zu einem großen Ziel. Umso schöner, dass so viele Aktive ihn in Mainz gestalten.

Schon wenige Quadratmeter Parkfläche reichen, um zu zeigen, was sein könnte. Die Umsetzung lässt Spielraum für eigene Ideen. Wie schaut ihr persönliches Zukunftsbild aus?

Titelfoto: Carlo Müller-Hopp

Lust auf Details und Hintergründe zum Thema Stadtgestaltung?

Simon hat für den Stadt Land Slam der Heinrich Böll Stiftung Rheinland Pfalz eine tolle Video-Präsentation vom Park(ing) Day gemacht. Viele interessante Fakten rund um das Thema Autos, Stadt und Parken. Immer im Fokus: Städte sind unser Lebensraum, und in welcher Art Weise wollen wir diesen Lebensraum bewohnen und gestalten?

Video aktivieren (externe Inhalte)

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Lena Weissweiler
Chief Inspiration Officer

… möchte den nächsten Generationen nicht ein völliges Chaos hinterlassen, und räumt ihren Schreibtisch trotzdem nicht auf.

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