19.07.2019

Design und Schönheit

Darf Design schön sein? Soll es – muss es das sogar sein? Gehört es zur Aufgabe des Designers, Schönheit zu kreieren?

Darf Design schön sein?
Soll es – muss es das sogar sein? Gehört es zur Aufgabe des Designers, Schönheit zu kreieren?
Unsere Antwort heißt ja – ganz klar.
Noch bis Mitte September ist im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt die Ausstellung von Sagmeister & Walsh »Beauty« zu sehen. Mit voller Überzeugung zeigen sie, wie zuträglich die Schönheit dem guten Leben ist. Dass sich sogar Menschen anders verhalten, wenn sie von Schönheit und schön gestalteten oder inszenierten Orten umgeben sind. In einem Beispiel wurde gezeigt, wie ein Platz unter einer Brücke in Brooklyn, der früher eine dreckige stinkende Fläche war mit einem schwarzweißen Graffiti ausgestaltet wurde. Durch dieses Graffiti hat dieser Ort eine völlig neue Bedeutung bekommen. Auf einmal wurde er zu einem Ort, an dem Brautpaare ihre Hochzeitsfotos shooten lassen.

Unterführung mit großem »Yes«-Schriftzug
Foto: Axel Taferner
Foto: Axel Taferner

Ich kann die Ausstellung nur empfehlen: Die Auseinandersetzung mit dem Thema Schönheit ist zutiefst berührend und inspirierend zugleich.
Die Schönheit – so zeigt es die Ausstellung – ist nicht nur die Gestaltung der Oberfläche eines Objekts. Es wird gezeigt, dass sie sehr viel tiefer verwurzelt ist. Dinge können nur schön sein, wenn sie auch in Bezug auf das Ganze angemessen gestaltet sind, wenn Formen harmonisch zusammenspielen. Schönheit entsteht durch die ebenmäßige Form – also außen – und durch die Harmonie in Bezug auf das ganze Objekt, zum Beispiel wird sie auch durch die Funktion bestimmt. So ist Schönheit objektiv und subjektiv zugleich. Sie liegt eben nicht nur im Auge des Betrachters, sondern sie kann auch im Objekt selbst liegen. Selbst Platon sagte:

Nur durch das in seinem inneren Passende kann ein Objekt schön sein.

Und glaubte das alles Schöne auch wahrhaftig sei. Schön ist demnach dasjenige, dessen Teile in harmonischen Proportionen zueinander und zum Ganzen stehen. Jürgen Fritz beschreibt das in seinem Artikel Was ist Schönheit? sehr einleuchtend.

Und was hat die Schönheit mit Corporate Design zu tun?
Wie kann sie entstehen?
Wer danach sucht, findet Antworten im Branding Prozess, am besten bei einem Marken-Workshop. Denn den gestalten wir Designer sehr tiefgehend. Hier kommen sehr viele wahre und wichtige Informationen über ein Unternehmen an die Oberfläche. So macht es ein Marken-Workshop möglich, ein Unternehmen von innen heraus zu verstehen. Dabei vermitteln die Unternehmer den Kreativen den grundlegenden Charakter ihres Unternehmens. Und zwar in einer Sprache, die allgemein verstanden wird, jenseits von Schlagworten in Excel-Tabellen. Dieses Wissen über ein Unternehmen, gilt es zu haben, bevor die passende visuelle Ausdrucksform entwickelt werden kann. So können wir Designer ein Corporate Design entwickeln, das im Bezug zum Ganzen steht. Das den Kern des Unternehmens, die wichtigsten Inhalte in sich trägt und sie ausdrückt. Wenn das gelingt, dann entsteht wie von Zauberhand auch Schönheit. Eine Schönheit mit großer Anziehungskraft.

Foto eines Exponats aus der Ausstellung
Lena Weissweiler
Chief Inspiration Officer

… möchte den nächsten Generationen nicht ein völliges Chaos hinterlassen, und räumt ihren Schreibtisch trotzdem nicht auf.

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