9. März 2010 von Simon Wehr

Zwei Fädchen auf dem Boden …

Manchmal muss ich selber lachen, woran sich das Typografenherz erfreut.
Heute waren es zwei Fäden, die sich von Lenas Schal gelöst haben und freudig umschlungen auf dem Boden sich wiederfanden.

Ampersand Eras

Halbwegs schlaftrunken lief ich heute morgen durch den Flur und dachte: Wer legt hier ein Ampersand auf den Boden?
Und was mich wirklich wurmt: In welcher Schrift? Recht nahe kommt schon die Eras. Aber vielleicht war es auch nur die neue Schaals Grotesk?

1. März 2010 von Simon Wehr

Man hält mich für intelligent – toll!

Neulich waren wir in der Familie alle zusammen Magenschwach und was darf dann nicht fehlen? Zwieback, richtig! Das ist für mich die einzig positive Kindheitserinnerung an Kamillentee: Der Butterzwieback den es dazu gab.

Verpackungsstörer

Und als ich stolz eine Packung Brandt-Zwieback nach Hause trug fiel mir der sagenhafte Hinweis auf: »Mit Mehl aus kontrolliertem Getreideanbau«. Ja – wie? Was denn sonst? Wildsammlung? Man stelle sich das nur einmal vor: Fleißige Erntehelfer streifen quer durch Europa und sammeln mal hier mal dort ein Hälmchen feinsten Weizen vom Wegesrand. Diese zusammengeklaubten Ähren werden dann zu Mehl verarbeitet und in die berühmten Zwiebäcke verbacken.

Also das Getreide kommt aus kontrolliertem Anbau, wer hätte das gedacht. Unkontrollierter Anbau, das wäre ein Fähnchen wert! Aber seis drum, es geht noch schlimmer.

Weetabix, eine eigenwillige britische Spezialität, die in Ihrer Rohform an Hundefutter und in Milch aufgeweicht an Pappmaché erinnert (ich mag’s trotzdem) hat einen sagenhaften Störer auf der Verpackung: »Portionskontrolle 100%«. Wow! In einer Packung sind 24 Weetabixe und das jetzt nicht nur im Durchschnitt, sondern jetzt auch wirklich kontrolliert! Das Siegel ist natürlich nicht händisch nach Kontrolle auf die Verpackung geklebt, sondern direkt mit der Verpackung mitgedruckt – Ehrensache!

Na, und wem nun so gar nichts zum Stören einfällt, weil der Anbau nicht kontrolliert ist, die Portion ebenso wenig und die Rezeptur nun auch noch nicht weißer wäscht, der geht zum Frontalangriff über, wie Nivea: »Bewährte Formel« prangt stolz auf der Cremedose. Ganz großes Tennis!

Ja, liebe Verpackungsmarketingfuzzis, da geht aber doch noch was! Nehmt euch ein Beispiel an Microsofts iPod-Verpackung – die konnten das schon vor Jahren!

23. Februar 2010 von Lena Weissweiler

Eindrücke von der Biofach | Nürnberg

Auf der 21. Biofach in Nürnberg gibt es alles außer Genfood und Atomstrom.
Firmen wie Natur Energie erläutern mir, wie sie ihr neues Wasserkraftwerk am Hochrhein bauen, und dass man von ihnen deutschlandweit Strom aus 100 % Wasserkraft beziehen kann. Das Modell ist spannend aber ich unterschreibe vor Ort keinen neuen Vertrag. Gern hätte ich noch mehr darüber erfahren, wie das neue Wasserkraftwerk arbeitet, doch der Mann ist ein guter Verkäufer und erklärt mir lieber Einzelheiten über seine Verträge.
Mein nächster Besuch ist die Druckerei Lokay, die seit dem Jahr 2005 ihre gesamte Produktion auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung umgestellt hat. Kunden erhalten somit zertifizierte umweltfreundliche Printprodukte. Lokay gibt eine ringgeheftete Papierkollektion mit Druckbeispielen von über 50 verschiedenen ressourcenschonenden Papieren heraus. Die sollte eigentlich jeder Designer haben. Darunter sind viele Recyclingpapiere. Aber auch Lokay sagt, dass man bei einigen Kunden immer noch sehr viel Überzeugungsarbeit leisten muss, bevor sie einem Recyclingpapier über den Weg trauen.
Ein großer Schwerpunkt der Messe ist das Thema organic & fair. Noch lange nicht, sind alle Bioprodukte auch fair gehandelte Produkte. Zu diesem Thema stellt der Weltladen in Halle 5 seine neue Kampagne öko+fair vor.

Die Konsumflut greift schon lange auf die Biobranche über. Es gibt so viele kleine Produkte, die in den großen Markt wollen, die danach lechzen, von großen Ketten ins Sortiment genommen zu werden. So fragte mich ein spanischer Pfefferminzbonbon-Hersteller, ob er lieber zu Rapunzel oder zu Dennree gehen sollte …
Ich trinke vorzüglichen Gepa Kaffee und beschließe jetzt Ausschau nach schönen Dingen und Verpackungen zu halten. Das Mitzi Blue-Zotter-Regal könnte so direkt in der Mainzer Gutenberg-Buchhandlung stehen. Wunderbare Typografie für Schokoladen CDs. Bio-BackHaus überzeugt mit seinen leuchtenden Dominostein-Verpackungen, die auch im Geschmackstest mit sehr gut abschneiden. Die Spanier liefern wunderbare Infografiken über saisonale und regionale Produkte.

Und natürlich gibt es noch Mode und Kinderkleidung und Schuhe und Kosmetik und Windeln, Reinigungsmittel, Werbeartikel, Yogabedarf, Banken, Unternehmen, bei denen man seine eigene Firma zum klimafreundlichem Unternehmen zertifizieren lassen kann, Wandfarbe, Bodenbeläge, ich glaube, es gibt alles – sogar Bionade.
Bionade hat 2007 noch damit geworben, das offizielle Getränk für eine bessere Welt zu sein. Auf der Biofach präsentiert sich die Bionade Fee in der Bionade Lounge. Am Tresen sitzen Männer im Anzug und ältere rauchende Damen. Von dem einstigen Spirit spüre ich nichts mehr. Bionade ist Mainstream. Vielleicht sollten wir einfach wieder Apfelschorle zu trinken – und zwar die Selbstgemischte.

12. Februar 2010 von Simon Wehr

Helau!

Narrenkappen-Operahouse

12. Februar 2010 von Simon Wehr

Ganz großes Spam-Übersetzungstennis

Folgende Spam-Mail hat dann doch erregt meine Attention:

Kann ich Ihnen vertrauen?
Lieber Freund!
Ein Iraker aus einem festen Einzahlung von $ 18,500,000.00 m in meiner Bankfiliale usd und er starb mit seiner ganzen Familie verlassen
hinter keine nächsten Angehörigen, bereit bin, 50/50 mit Ihnen teilen,
wenn Sie als Kunde stehen meines verstorbenen wählen nächsten Angehörigen.
Pls geben, indem er folgende unten, um Ihr Interesse zu zeigen.
1.Ihr NAME
2.Ihr RESIDENT ADRESSE
3.YOUR BERUF
4.YOUR TELEFONNUMMER
5.DATE DER GEBURT
6.COUNTRY GEBIETSANSÄSSIGER
Ihre Antwort mit den gewünschten Informationen werden sollte
geschickt, um mich auf meine persönliche E-Mail zu erreichen
[…]
Yours Truly,
Herr Zhang Jianguo

Wer stehen widerkann bei Opportunity solche??

9. Februar 2010 von Simon Wehr

Faltblattgenerator für InDesign

Es kommt ja nun oft genug vor, dass Designer Faltblätter gestalten dürfen. Dabei haben wir alle mit dem Problem zu kämpfen, dass selbige aus einem einzigen Druckbogen bestehen, der in verschiedene Seiten unterteilt wird. Die entstehende Materialverdrängung beim Falzen macht es dabei erforderlich, dass die Teilseiten unterschiedlich groß sind. Und hier fängt dann das Kopfzerbrechen an. InDesign kann bekanntlich nur ein Seitenformat pro Dokument verarbeiten und so legt man sich teilweise etliche Hilfslinien einzeln an, um die richtigen Falzmarken zu bestimmen. Danach kommt die wahre Hirnakrobatik: Die Rückseite, bei der alle Hilfslinien spiegelverkehrt zu positionieren sind. Mit dieser Methode geht schon mal ein Stündchen alleine für die korrekte Dokumenteinrichtung flöten.

Für alle InDesign-Nutzer verspricht Foldfactory Abhilfe und bietet ein PlugIn dazu an: FoldRite. Damit lassen sich über ein Menü diverse Einstellungen festlegen und FoldRite erzeugt eine leere Dokumentvorlage mit Hilfslinien und allem Pipapo. Ebenfalls Cool: Wer nicht gleich das PlugIn kaufen möchte, kann sich einzelne Vorlagen über die Website erstellen. 9,99$ (7,30 €), die sich mitunter sehr schnell rentiert haben.